Freitag, 11. Mai 2012

LEBENSADER MUR

Unter dem Vorwand des Klimaschutzes läuft derzeit ein Großangriff der Energiekonzerne auf unsere wertvollsten Flüsse, Salzach und Mur. Mit groß angelegten PR-Kampagnen wird den Menschen das Märchen von der Öko-Wasserkraft im wahrsten Sinne des Wortes auf's Aug' gedrückt: massenhaft Inserate im 4-Farben-Druck, dazu ein Werbe-Stadtbus im "Wasserkraft-Design", alles öko? Aber dann gibt es die rebellischen Lungauer, die ihre Mur nicht einfach in einem Ausleitungsrohr verschwinden lassen wollen. Wer den Fluss kennt und dort lebt, der lässt sich offenbar von Öko-Phrasen nicht beeindrucken. Mehr als 6000 UnterstützerInnen hat die Petition für den Schutz der Mur bereits, unter Ihnen auch zwei der ganz großen Ökopioniere - Prof. Eberhard Stüber und Prof. Bernd Lötsch. Sie sprechen vom steigenden Wert des fließenden Wassers und von der Kraft eines Wildflusses. Es sind die Ressourcen des Lebens und der Zukunft, die wir den Kraftwerksplänen der Stromlobby nicht überlassen dürfen. Deshalb ist es höchst an der Zeit, auf die Barrikaden zu steigen und die weitere Zerstörung unserer Flüsse, unserer Lebensadern zu stoppen.

Dienstag, 17. April 2012

ATOMSTROM-IMPORTE

Österreich soll ab 2015 atomstromfrei sein. Österreichs Energieversorger verpflichten sich freiwillig, keinen Atomstrom mehr zu liefern: an Haushaltskunden ab Ende 2013 und an Industriekunden ab Ende 2015. Damit soll der Import von Graustrom - dem Strom unbekannter Herkunft mit einem Atomstromanteil von 26% - endgültig gestoppt werden. Davon ausgenommen sind dann nur ausländische Direkt-Strombezüge von Unternehmen - hier wird abzuwarten sein, ob Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sich zu einem deutlichen Antiatom-Appell an ihre Mitglieder aufschwingen können.
Nach wie vor offen bleibt jedoch die heikle Frage des Stromhandels, der bei der Salzburg AG immerhin das vierfache Volumen des Eigenvertriebs ausmacht. Glaubwürdige Energiepolitik wird ihre eigenen öffentlichen (!) Energieversorger in die Pflicht nehmen müssen. Dieser lukrative Stromhandel muss nicht nur transparent sondern vorallem atomstromfrei werden.

Donnerstag, 16. Februar 2012

TOMATEN

Wer sich über Klimaschutz, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit Gedanken macht, landet früher oder später beim Thema Tomaten: welche Tomaten sind zu welcher Jahreszeit "ökologisch korrekt", also nicht mit CO2-Klimarucksack aufgrund beheizter Glashausaufzucht, Düngemitteln oder Flugtransport belastet? Da wird die Tomate dann wieder zum raren Saisongemüse, dafür aber mit unvergleichlich besserem Geschmack. Wer sich das zu schätzen weiß, wird auf Balkon oder Terrasse einen geschützen Winkel suchen, um dort die ersten Versuche mit selbstgezogenen Tomaten zu wagen. Für alle Tomatenfreunde beginnt das Gartenjahr mit der ersten Aussaat am Fensterbrett, oder - wie für mich - mit dem Kauf von Jungpflanzen alter und seltener Sorten auf dem alljährlichen Pflanzenmarkt von Arche Noah. Und wer sich den Tomaten mit ganzer Leidenschaft widmet, der widmet ihnen sogar eine ganze Website. Absolut lesenswert: www.tomatl.net

Samstag, 4. Februar 2012

SONNE & SCHUHE

gea2 Mit "Sonnenscheinen" haben engagierte Menschen auf dem Dach der Waldviertler Werkstätten eine PV-Anlage errichtet. Dieses Solardach ist inzwischen 899 m2 groß und erzeugt jährlich 115.000 kWh Strom. Damit ist der gesamte Energiebedarf von Schuhwerkstatt, GEA Akademie und Gästehaus abgedeckt. Und Heini Staudinger plant für 2012 schon die nächsten 2000 m2 PV auf den Dächern von Gemeindegebäuden.
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Mittwoch, 18. Januar 2012

HERZLICH WILLKOMMEN, WOLF

wolf_ap_100810_726 Im Lungau wurde ein Wolf geortet, eine wunderbare Nachricht. Trotz mancher Vorbehalte - Luchs, Wolf und Braunbär sollten auch im Land Salzburg wieder einen Lebensraum finden können. Es sind prachtvolle, einzigartige Tiere, die wichtige Funktionen im ökologischen Gleichgewicht erfüllen. Afrikanische Safaris werben mit "The Big Five" - sie stehen für Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard - wir sollten wenigstens unsere "heimischen Drei" wieder beherbergen. Genau dafür wäre der Nationalpark Hohe Tauern das passende Revier. Wenn schon das Nationalpark-Gesetz überarbeitet werden soll, dann in Richtung Natur und nicht in Richtung Bauprojekte, Ausbeutung und Profit.

Donnerstag, 5. Januar 2012

RADMANN-HÖLLER-LEITNER

Seit Anfang 2009 ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Causa Olympiabewerbung und "von oben" wird noch immer keine Anklage zugelassen (SF 23.12.2011). Das ist umso auffälliger, als doch der Untersuchungsausschuss des Salzburger Landtags viele brisante Details zugearbeitet hat und längst abgeschlossen ist - siehe Olympiabericht-GRUENE (pdf, 118 KB)
Ganze Berge von dubiosen Geldflüssen, umgeleiteten Millionenbeträgen und ungeklärten Beratergagen liegen zur Aufarbeitung durch das Gericht bereit, doch die Justiz prüft und prüft und prüft ...
Die strafrechtliche Aufarbeitung der Olympiabewerbung ist längst zur Nagelprobe für die Justiz geworden, weil nicht nur die Klärung der verschwundenen Steuermillionen und Sponsorengelder auf dem Spiel steht, sondern inzwischen auch die Unabhängigkeit der Justiz. Im Strafverfahren müssen die drei Geschäftsführer Radmann, Höller und Leitner erklären, welche Rolle sie in diesem Sumpf von Olympia-Politik-Wirtschaft tatsächlich gespielt haben. Genau diese drei Personen haben sich im Untersuchungsausschuss der Aussage entschlagen, um ihre eigene Haut zu retten und die Erinnerungslücken der politisch Verantwortlichen zu decken. Höchste Zeit, dass Radmann, Höller und Leitner Rede und Antwort stehen müssen.

Montag, 19. Dezember 2011

GRAUZONEN DER KORRUPTION

Was hat Salzburgs Landesregierung aus den Skandalen rund um Osterfestspiele und Olympiabewerbung gelernt?
- Der Grünen-Antrag auf ein Programm zur Korruptionsprävention wurde im Landtag abgelehnt, weil es in der Landesverwaltung ohnehin keine Korruption gibt.
- Sechs von sieben Regierungsmitgliedern fahren mit neuen BMW-Limousinen zum "Aktionspreis" von 49.000 Euro (statt 89.000€) und finden nichts dabei, sich derart "beschenken" zu lassen.
- Beim einstimmig beschlossenen Verhaltenskodex für öffentliche Unternehmen sind Burgstaller & Co seit Monaten säumig, machen nur mediales Getöse um ihre "Vorreiterrolle" und halten den Entwurfstext unter Verschluss.
In anderen Bundesländern ist es umgekehrt: weniger Skandale, dafür mehr Korruptionsbekämpfung. Die Stadt Graz hat ein Antikorruptionslernprogramm für ihre MitarbeiterInnen gestartet.

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