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VERSCHIEDENES

Donnerstag, 1. Oktober 2009

PRIVILEGIERTE KINDERSCHÄNDER

Ich lese ... Roman Polanski hatte sich schuldig bekannt, 1977 ein damals 13-jähriges Mädchen mit Champagner und Drogen gefügig gemacht und verführt zu haben. Alleine die Diktion "verführt" ist eine Verharmlosung, wo es doch um die Vergewaltigung eines minderjährigen Mädchens geht. Roman Polanski hat sich diesem Verfahren durch Flucht entzogen. Seine Verhaftung vor wenigen Tagen in der Schweiz löst nun Empörung und Proteste aus: Der Verband der Regisseure spricht von Justizposse und gar von ungeheurem Kulturskandal.

Tatsächlich sollte doch diskutiert werden, ob nicht der Verband der Regisseure mit seinen Aussagen für den eigentlichen Skandal sorgt. Sollte es etwa ein Vergewaltigungsprivileg für weltberühmte Regisseure geben, um ihre künstlerischen Launen nicht zu behindern?

An alle Eltern, Mütter und Väter: macht es für euch einen Unterschied, ob ein 46-jähriger Oscar-Preisträger oder ein anderer Mann eure 13-jährige Tochter vergewaltigt hat? Oder mag es sogar schlimmer sein, den Vergewaltiger 30 Jahre lang unbehelligt und gefeiert im Rampenlicht sehen zu müssen.

AUF DIE BARRIKADEN! Schreibt eine Protestnote an den Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz, wehrt euch gegen die Art und Weise der Verharmlosung eines Kinderschänders.
http://www.realisateurs.ch/de/verband/organisation
email an das Präsidium: info@realisateurs.ch

mein email an den verband:

sg damen und herren des präsidiums und des vorstands,

es steht ihnen selbstverständlich zu, eine behördliche tätigkeit - wie die verhaftung des regisseurs roman polanski - zu kommentieren oder auch zu kritisieren.

sie können die letzten 30 jahre als stümperhafte ermittlungen bezeichnen. doch wenn sie im fall polanski von einer "justizposse und gar einem ungeheuren kulturskandal" zu sprechen, dürfte ihnen der blick auf die tatsachen blockiert sein: es geht um die vergewaltigung eines kindes, eines 13-jährigen mädchens. und herr polanski hat die vergewaltigung gestanden und sich dann durch flucht dem verfahren entzogen. 30 jahre lang ist er feige geflohen. und wenn er jetzt gefasst wird, um sich zu verantworten, sprechen sie von einem kulturskandal?!

ein solches ablenkungsmanöver ist einfach eine unerträgliche verharmlosung, eine unentschuldbare missachtung von menschen- und kinderrechten. die freiheit der kunst mag vielen einflüssen und zwängen ausgesetzt sein, doch darf sie unter keinen umständen über die integrität des menschen und erst recht nicht über den schutz von kindern gestellt werden.

astrid rössler
a-5020 salzburg, österreich

Sonntag, 26. Juli 2009

HEUMILCH .... Teurer Werbegag mit AMA Gütesiegel

heumilch1 Vor wenigen Tagen wurde mir an meine private Adresse ein buntes Heumilch-Päckchen zugestellt. Vorne drauf gleich das AMA-Gütesiegel. Der Inhalt entpuppte sich als Werbematerial und - man staune - eine handvoll Heu samt Mini-Heurechen aus Holz.
Ganz schön viel Aufwand für so wenig Inhalt. Was auch immer die Absicht dieser Aktion gewesen sein soll - sie ist absolut ärgerlich. Pure Ressourcenvergeudung und Geldvernichtung, eine derart aufwändige Kartonverpackung samt Werbebroschüre und Heu per Post in der Gegend herumzuschicken. Allein das Porto macht 2 Euro aus und wer genau hinsieht, findet am unteren Rand des Kartons sogar noch die Aufschrift "Mit Unterstützung von Bund und EU".

Das Bild in hoher Auflösung: http://tinyurl.com/mqx7ug

Sonntag, 7. Juni 2009

EINE LOHNENDE ADRESSE: LEBENSART

Am 5. Juni wurde die Lebenshilfe-Fachwerkstätte in der Fürbergstraße offiziell eröffnet, dazu auch ein stilvoller Geschäftsraum "lebensart", in dem die Produkte der Holz- und Kreativwerkstätten verkauft werden.
b-005-k12 Man findet dort jede Menge farbenfroher Geschenksideen, wie Bilder, Filz-Schmuck und Kerzen, aber auch Holzspiele,Textilien, Gebrauchsgegenstände und sogar Nistkästen. Ich habe u. a. gleich 3 Nisthilfen für Insekten ("Insekten-Hotels") und zwei von den bunten Kaffeetassen erstanden.

lebensart,
Fürbergstraße 15 (im ehem. Möbelgeschäft Schörghofer),
geöffnet: Mo-Fr 09.00 bis 11.30 Uhr, Mo-Mi 13.30-15.30 Uhr.

Mittwoch, 3. Juni 2009

380 kV

Lehnt euch zurück und genießt die Vorstellung 1. Reihe fußfrei:
E-Control-Chef Walter Boltz drängt auf rasche Umsetzung der 380-kV-Freileitung. Gar nicht zimperlich geht er mit den Anrainerinteressen ins Gericht: "Wir können nicht warten, bis alle Gegner in Pension sind." - Nein, Herr Boltz (Jg. 1953), ganz viele FreileitungsgegnerInnen werden sicher erst nach Ihnen in Pension gehen.
Da dachte ich immer, aus Wirtschaftskreisen kämen die Technologie-Freaks. Weit gefehlt, jetzt prügeln uns IV und E-Control, dass die Verkabelung eine "noch nicht erprobte" Technologie wäre. Und das von einem Physiker, wie Herrn Boltz.
Laut Walter Boltz sollten die Landesbehörden doch an das BMVIT gebunden sein, sonst wäre es ja so, dass "im Bundesland nur Schmalspurbahnen gebaut werden dürfen".
In der heutigen ZIB1 hat BM Mitterlehner relativiert, dass die Landeskompe-tenzen mit der geplanten ElWOG-Novelle nicht niedergeknüppelt würden. - Das nenne ich gekonntes Rückwärtsrudern, Herr Minister!
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wurde heute in der ZIB1 als Beispiel für den aufrechten Widerstand aus den Ländern zitiert. Der guten Ordnung halber sei hier erwähnt, dass Burgstallers Haltung erst aufgrund von massiven Protesten der BIs und der GRÜNEN, und erst am allerletzten Tag der Begutachtungsfrist in Gang gekommen ist.

Mittwoch, 27. Mai 2009

AUF DEM RÜCKEN DER ALLGEMEINHEIT

Das Messezentrum Salzburg MZS gehört zu je 1/3 der Salzburger Wirtschaftskammer, dem Land und der Stadt Salzburg. Ursprünglich auf einer Hausmülldeponie errichtet, hatte der Standort schon immer den Beigeschmack einer Altlast. In den 90er Jahren wurde das Gelände mit dem politischen Druck der Eigentümer weiter in die wertvollen Flächen der Itzlinger Au ausgedehnt und die Salzburg Arena als neues Prunkstück errichtet. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sich damals der Naturschutz vor dem Druck der Lobby für Wirtschaft, Expansion und Konsum beugen musste.
Inzwischen fährt die Salzburg Arena offenbar satte Verluste ein und ausgerechnet die Wirtschaftskammer will sich jetzt vom Messezentrum verabschieden und ihren Anteil an Stadt und Land Salzburg loswerden. So ganz nach dem gängigen Motto: Was die Wirtschaft verbockt hat, soll die Allgemeinheit ausbaden. Für die Verluste sind die anderen zuständig.
Im Auwald ist nichts mehr zu holen, die Heuschrecken ziehen weiter.

heuschrecke

Mittwoch, 29. April 2009

UNTERSTÜTZUNG FÜR GOFA

gofa Mit einer Facebook-Kampagne für den EU Global Online Freedom Act (EU GOFA) machen Eva Lichtenberger und weitere acht EU-Parlamentarier gegen die Internetzensur mobil. Ziel ihrer Initiative ist eine europaweite gesetzliche Verankerung zur Wahrung der Freiheit im Internet. Sie wenden sich gegen die Praktiken von Internetzensur in mehreren Ländern und gegen die systematische Verfolgung von NutzerInnen und BlogerInnen.

Unter anderem schlagen die Abgeordneten vor:
1. Jährliche Aufstellung einer schwarzen Liste von Ländern, die die Freiheit im Internet einschränken.
2. Minimumstandards für IT-Unternehmen, die in autoritären Staaten geschäft- lich aktiv sind.
3. Europäische Anbieter von Suchmaschinen sollen keine eigene IT-Infrastruktur in Staaten der schwarzen Liste betreiben dürfen, um nicht in die Lage zu geraten, Nutzderdaten herausgeben zu müssen.
4. Entwicklung und Verbreitung von Anti-Zensur-Technologien.

Mehr Info ...

Montag, 2. Februar 2009

ZWEIMAL NABUCCO

NABUCCO ist der Name einer geplanten Gas-Pipeline. Und NABUCCO ist auch der Titel einer Oper. Wie passt das zusammen?
Die Nabucco Gas-Pipeline ist ein Megaprojekt, das eine 3.300 km lange Pipeline von Georgien und dem Iran quer durch die Türkei und Osteuropa bis nach Österreich plant. Angesichts der Krisenanfälligkeit des Energiemarktes und der politischen Instabilität der Ursprungsregionen taucht doch zwangsläufig die Frage auf, ob dieses Megading nicht ein paar Stufen zu gewagt ist. - Die Antwort liefert NABUCCO im Original: Denn schon 1841 verarbeitete Guiseppe Verdi in seiner gleichnamigen Oper die Themen Größenwahn, Untergang und Gefangenschaft.
Ob gewollt oder nicht, der Projektname liefert die perfekte Beschreibung. Die Nabucco-Pipeline verbindet in gleicher Weise Größenwahn mit Gefangenschaft. Sie bringt uns keine Lösung des Gas-Engpasses, noch weniger ist sie Ausweg aus der Energiekrise oder Mittel gegen den Klimawandel. Statt dessen führt sie uns nur direkt in neue und höchst fragwürdige Abhängigkeiten.
Und selbst wenn ihr nicht Opernfans seid, aber diese eine Szene mit dem Gefangenenchor aus Nabucco kennt jeder ...."Va pensiero, sull'ali dorate" - Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln ..... - dann denkt an den tiefen Sinn von Nabucco.

Dienstag, 16. Dezember 2008

LET'S MAKE MONEY

Diesen Film sollte man zumindest zweimal gesehen haben. Beim ersten Mal gehen dir die Augen auf, und beim zweiten Mal kommt der heilige Zorn. Passt also gar nicht so schlecht in die vorweihnachtliche Zeit, um über die Zusammenhänge in dieser Welt nachzudenken. Ob wir diese Form von schwachsinnigen Finanzmärkten wirklich so haben wollen, die Steueroasen für die einen und die Armut und Ausbeutung für so viele andere? Die Immobilienblase in Spanien, die keine Wohnungen geschaffen hat, sondern leerstehende Ruinen, im Naturschutzgebiet. - Einer der Kernsätze: "Ich glaube nicht, dass ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung." - Investoren als Opfer?! Alles nur Befehlsempfänger, ohne Möglichkeit, gegen Unrecht aufzubegehren?
money Wenn wir aufhören, uns über die Konsequenzen unseres eigenen Handelns Gedanken zu machen, dann geben wir diese Erde auf: die Menschenrechte, den Umweltschutz, das Recht auf Bildung, faire Arbeitsbedingungen, Weltfrieden ....
Und es gibt noch einen weiteren Grund, den Film zweimal anzusehen: beim ersten Mal fühlst du dich ohnmächtig, beim zweiten Mal wird klar, dass wir hier und jetzt anfangen können, die Dinge zu verändern. Für weniger Armut, weniger CO2, friedvolle Konfliktlösung, demokratische Mitsprache und Kinderrechte ...

Sonntag, 26. Oktober 2008

72 STUNDEN OHNE KOMPROMISS

Zwischen Finanzkrise und Klimawandel gibt es auch Nachrichten zum Aufbauen: mehr als 5000 Jugendliche machten Österreich 3 Tage lang zum Schauplatz gelebter Solidarität. In 350 Projekten wurde Hand angelegt, um zu helfen, zu bauen, zu verschönern, Geld zu sammeln; oder aktiv zu sein für ein besseres Miteinander und mehr Verständnis. 72 Stunden für soziales, ökologisches und interkulturelles Engagement, ein Zeichen setzen für das Machbare.
72std-a
Ich denke daran, wie unermesslich viel Aufwand und Idealismus dafür im Hintergrund notwendig gewesen sein muss, so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Und welche positive Kraft davon ausgeht, wenn zeitgleich an 350 Orten ein Zeichen für mehr Solidarität gesetzt wird. Wie ausführlich oder kümmerlich berichten unsere Medien darüber? Wieviel Sendezeit bekommt ein Profi-Fußballer für seine Knöchelverletzung, und wieviel bekommen 5000 Jugendliche für 350.000 freiwillige Arbeitsstunden?

Das ist eine grundsätzliche Aufgabe, auch für unsere Grüne Politik: Soziales und ökologisches Engagement besser sichtbar zu machen, um der Ermüdung, der Resignation und der Gleichgültigkeit entgegen zu wirken.
72 Stunden zum Mutmachen: engagierte Menschen scheren aus und setzen ein Zeichen für gelebte Solidarität. Grandios!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

ALKOHOL UND 142 km/h

70Jörg Haiders Unfalltod war so spektakulär und polarisierend wie seine Politik. Was mir aber großes Unbehagen bereitet, ist der öffentliche Umgang mit Fakten und Fehlern. Stark überhöhte Geschwindigkeit und Alkoholisierungsgrad können unmittelbar nach dem Unfall festgestellt werden. Im Fall Haider wurden diese Informationen offenbar zurückgehalten. Die doppelt überhöhte Geschwindigkeit von 142 km/h erfuhr man erst am nächsten Tag und die 1,8 Promille gar erst mit viertägiger Verspätung. Bei allem Respekt, aber es handelt sich dabei weder um ein Kavaliersdelikt noch um eine Privatsache, also ist diese zögerliche Information der Öffentlichkeit völlig unangebracht.
Ganz im Gegenteil ist es längst überfällig, das Problem Alkohol und Straßenverkehr ernsthaft anzugehen, als es auf gut österreichisch mit geschönten Statistiken zu verharmlosen. Offenbar nur im Ausnahmefall wird bei einem Allein-Unfall überhaupt ein Alkotest durchgeführt. Die tatsächliche Anzahl an Alko-Unfällen in Österreich ist daher mit Sicherheit viel höher als vom Innenministerium angegeben. (siehe Ö1-Beitrag).
Dass Österreich beim Alkoholkonsum und auch bei den Alkoholkranken weltweit im negativen Spitzenfeld liegt, bestätigt das geringe Problembewusstsein und eine absolut unernste Alkoholpolitik. Meilenweit entfernt von der Umsetzung des Europäischen Alkohol Aktionsplans der WHO. (Infos und Fakten dazu auf der AKIS-Website)