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UMWELT

Montag, 22. Juni 2009

DER UNBELEHRBARE AUENHASSER

Sicher war ich nicht die einzige, die am 20. Juni über Herrn Barazons Kolumne Dieser Umweltschutz ist nicht umweltverträglich gestolpert ist. Da gab es viel zu staunen ob all der Unkenntnis und Verwirrtheit über den Lebensraum Fließgewässer. Wer mit so viel Leidenschaft gegen Fluss und Au wettert, will seine persönliche Überzeugung präsentieren - mag sie auch fachlich voll daneben liegen.

Ernüchternd aber ist die Tatsache, dass eine verbohrte Falschmeinung selbst von anerkannten Fachleuten nicht korrigiert werden kann. Denn wer Herrn Barazons Artikel Die Nachtseite von Hainburg vom 28.07.2007 liest, wird dort ganz ähnliche Töne finden. Wirklich lesenswert sind allerdings die fairen und sachlichen Kommentare von namhaften Personen dazu. Alle Mühe war vergeblich, denn der Lerneffekt blieb aus. Die neueste Grantlerkolumne gegen die Flüsse endet in einem Rundumschlag gegen die Auen, den Umweltschutz, Hainburg, das schwache Volksbegehren und sogar .... die "Kronen-Zeitung".
Was auch immer die persönlichen Motive sein mögen, die Wertschätzung für unsere Fließgewässer bleibt vollends auf der Strecke.

fluss

Sonntag, 29. März 2009

UMWELTRECHT UND UMWELTAKTIVISMUS

Gibt es heute weniger Umweltgruppen und Bürgerinitiativen als noch vor einigen Jahren? In der aktuellen Ausgabe des Greenpeace-Umweltmagazins fand ich einen Beitrag über die UVP bei Großprojekten. Österreich nimmt es mit der Umsetzung von EU-Umweltrecht nicht immer so genau, und bei Großprojekten will man sich an der UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) gerne auch vorbeischwindeln. Als eines der Beispiele wurde der Flughafenausbau Salzburg genannt.
Doch sind im Fall des Umweltrechts zwei Ebenen zu unterscheiden: Defizite in der Gesetzgebung und Defizite beim Vollzug. Bei den bisherigen Verfahren um den Ausbau des Flughafens Salzburg traf beides zusammen, eine fehlerhafte Umsetzung der EU-UVP-Richtlinie und Mängel in der rechtlichen Beurteilung durch die österreichischen Behörden. Erfreulicherweise wurde nun beides im Verfahren vor dem Umweltsenat quasi saniert. Im Bescheid vom 26.02.2009 hat der Umweltsenat festgestellt, dass der Flughafenausbau UVP-pflichtig ist.
Dazu haben vorallem die Salzburger Umweltanwaltschaft und die lokale Bürgerinitiative ASA beigetragen, indem sie auf rechtlicher Ebene und in der öffentlichen Diskussion auf die Missstände hingewiesen haben und seit 3 Jahren eine UVP für den geplanten Ausbau fordern. Heißt also, dass auch bei verbesserter Umweltgesetzgebung die Rolle von aktiven Umweltgruppen und engagierten BürgerInnen unverändert wichtig bleibt. Umweltschutz ist noch lange kein Selbstläufer und braucht mehr denn je aktive Umweltgruppen und kritische BürgerInnen.

Sonntag, 31. August 2008

EINKAUFEN-Teil 1

ABFALLVERMEIDUNG. Aus den Kühlregalen sind die Milchflaschen und Joghurtgläser endgültig verschwunden, bei den Getränken boomen die Einweg-Plastikflaschen, man möchte als umweltbewusster Konsument resignieren und hört auf, nach Mehrwegflaschen zu fragen. Toilettenpapier aus 100% Altpapier muss ich zwischen Luxusmarken suchen. Trotzdem blinkt mir beim Einkauf von jedem zweiten Produkt "bio" und "öko" entgegen. Was ist von der Abfallvermeidung übrig geblieben, für die wir in den 80er Jahren auf die Barrikaden gestiegen sind? Wir haben für hohe Mehrwegquoten und weniger Verpackung gekämpft und auf Dauer doch verloren. Mehrweg- und Pfandsysteme sind rückläufig, Kunststoffe und Verbundmaterialien haben gesiegt, Recyclingprodukte sind mehr denn je Exoten. Haushaltsabfälle landen als sog. "Rohstoffe" in der Müllverbrennung und der Konsument bezahlt ohnehin zweifach: im Produktpreis und mit der Abfallgebühr.
Vor dem Hintergrund von Klimawandel und zu Ende gehenden Erdölreserven bekommt Abfallvermeidung eine neue Dimension. Und es geht dabei nicht nur um Materialvergeudung, sondern um die Frage nach den Energie- und CO2-Bilanzen von Produkten und Verpackungen im Verhältnis zu ihrer Gebrauchsdauer. Österreichs Umweltpolitik muss endlich voraus schauend agieren, anstatt den Kyotozielen meilenweit hinterher zu hinken.