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NATUR

Montag, 26. Oktober 2009

ARTENSCHUTZ ODER GESCHÄFTEMACHEREI?

In Kürze werden zwei weibliche Nashörner, Mutter mit Jungtier, aus Südafrika in den Salzburger Zoo geliefert. Man könnte ein Zuchtprojekt vermuten? Doch es ist gar nicht geplant, dass Jungtiere nach Afrika zurückgebracht werden, wo Nashörner bereits akut vom Aussterben bedroht sind.
Tatsächlich geht es um ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm: Weil die Nachzucht von Nashörnern in Zoos offenbar weltweit nicht so recht gelingt, sind die Tiergärtenbestände stark überaltert. Der Import von Nashörnern aus Südafrika dient somit vorrangig der Verjüngung der Zoo-Bestände (!).
Worin aber liegt der Sinn, zwei weibliche Tiere einer bedrohten Art aus dem Ursprungsland auszusiedeln und damit die natürlichen Bestände weiter zu schwächen? Laut Nashorn-Experte könne ein solches Projekt die Aufmerksamkeit und das Interesse der Bevölkerung für gefährdete Tiere wecken. - Doch genau mit dieser Begründung bewegt sich auch der Salzburger Zoo nahe an der Geschäftemacherei, wenn unter dem Titel Artenschutz zwei Tiere in ein Zoogehege nördlich der Alpen übersiedelt werden. Und es macht die Sache um nichts besser, wenn sogar Hermann Maier der Patenonkel von Bulle Benno ist.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

HIRSCHMAST IM NATIONALPARK

Unser Nationalpark Hohe Tauern hat zwei Gesichter: Wilde Urlandschaft und bergbäuerliche Kulturlandschaft. So jedenfalls steht es auf der offiziellen Nationalpark-Website nachzulesen. Man fragt sich unwillkürlich, ob denn die bäuerlichen Bewirtschaftungsformen des 21. Jahrhunderts mit dem Schutz eines Nationalparks spannungsfrei vereinbar sind. Doch nicht nur das, im Jahr 2006 wurde das Futter für 140 Hirsche eines einzigen Jagdgebietes mit 289 Hubschrauberflügen hinauf geliefert (SN vom 09.10.2008).

hirschSpätestens jetzt wäre es angebracht, über ein ökologisch verträgliches Wildtiermanagement im Nationalpark zu diskutieren. Regelmäßige Futterflüge zur Hirschmast haben im Nationalpark nichts verloren, von den negativen Auswirkungen auf andere, streng geschützte Wildtiere (zB Raufußwild) ganz abgesehen.
Doch statt offener Worte wird in der Nationalparkverwaltung über Flugpläne nachgedacht ... und das lässt nichts Gutes ahnen. Es wird ein großes Verhandeln einsetzen, der Naturschutz bekommt am Ende "geregelte Flugpläne" und vielleicht noch eine neue Studie über "Rotwild im Hochgebirge", Grundeigentümer und Jägerschaft bekommen Futtertransporte und ein paar neue Zufahrten zu Jagdrevieren genehmigt. Der Jagdgast kann im nächsten Jahr mit seinem SUV bis zur hochgelegenen Jagdhütte fahren und den wohlgenährten Hirsch gleich vom Hüttenfenster aus waidmännisch erlegen.
Nachhaltigkeit beginnt damit, natürliche Grenzen akzeptieren zu lernen. Dazu zählt auch eine entsprechende Wildtierdichte im Nationalpark, ohne Anspruch auf gemästete Trophäen.

Montag, 18. August 2008

WOZU BAUMBÄRTE?

"Am Gaisberg gibt es kaum noch Baumbärte" lautet die Meldung in ORF-online. Wie bitte? Wer braucht die langen Baumflechten, die im Wald von den Ästen hängen?!
bart-aDanke, Roman Türk, dass du uns an die Baumbärte erinnerst. Wie sollten wir den VERLUST bemerken, wenn wir vom WERT der Flechten nichts wissen. Sie sind wichtige Umweltindikatoren, wo der Baumbart verschwindet, nimmt die Umweltqualität ab. Wo die Luft schlechter wird, kann auch der Mensch auf Dauer nicht gesund leben. Wenn wir die Zusammenhänge erkennen und die Sprache der Natur verstehen wollten, wären wir näher an einem nachhaltigen Lebensstil. Solange aber unvermindert jeden Tag Pflanzen- und Tierarten aussterben, sind wir von einer naturverträglichen Lebensweise noch meilenweit entfernt. NACHHALTIGKEIT ist zwar in aller Munde, aber in der konsequenten Umsetzung heißt es nichts anderes, als dem Raubbau und Artensterben, dem übermäßigen Energie- und Flächenverbrauch mit allen Kräften entgegen zu wirken. Dazu brauchen wir mehr Mut in der Umweltpolitik und mehr Konsequenz bei der Umsetzung auf allen Ebenen, bis hinunter zum Einzelnen.
Denn als Einzelne treffen wir täglich jede Menge Entscheidungen für mehr oder weniger Energieverbrauch, für Auto oder Fahrrad/Bus, für mehr oder weniger Abfälle, für den Inhalt jedes vollen Einkaufskorbes.
Wozu also Baumbärte? Um von ihnen zu lernen: mehr Mut, mehr Konsequenz, die Luft wird knapp, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Montag, 11. August 2008

KINDER UND GARTEN

Nein, kein weiterer Beitrag, ob Kindergärten verpflichtend und kostenlos sein müssen. Ein peinlicher Wahlkampf von ÖVP und SPÖ um Familien und AlleinerzieherInnen, die sich täglich im Stich gelassen fühlen.
ribisel-aNein, ich meine den echten Garten, den ich jedem Kind wünsche, um Natur von klein auf erleben zu können. Wenn wir unsere Kinder säen und ernten lassen, werden sie beobachten und staunen lernen. Ein paar Küchenkräuter, ein paar Ribiselstauden, Sonnenblumen, ein Hollerstrauch - das geht auch in einem 90m²-Reihenhausgarten. Jahreszeiten und Kreisläufe der Natur bewusster wahrnehmen, nicht um der Romantik willen, sondern weil wir ohne dieses Wissen, ohne den Blick und die Achtsamkeit dafür verloren wären. Vorhin im Garten habe ich die ersten jungen Molche im Teich entdeckt ... das wünsche ich jedem Kind.